PMR News

Probebetrieb für digitalen Behördenfunk in NRW

Der nordrhein-westfälische Innenminister Rolf Jäger (SPD) hat am Montag in Düsseldorf den Startschuss für den Probebetrieb des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gegeben. Ab sofort testen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in Düsseldorf, Mönchengladbach und Neuss das neue System, wobei der Analogfunk im Hintergrund weiterläuft.
Weiterlesen-Link
   

PMeV-Vorstand bestätigt

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Professioneller Mobilfunk e.V. (PMeV) hat am 12.10.2011 den bislang amtierenden Vorstand komplett bestätigt.
Weiterlesen-Link    

Hytera kauft Rohde & Schwarz PMR GmbH

München/Bad Münder, 26.07.2011 - Hytera Communications Co. Ltd. und Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG einigen sich über den Verkauf der Rohde & Schwarz Professional Mobile Radio GmbH. Der größte chinesische Anbieter professioneller Mobilfunktechnik und Rohde & Schwarz haben am 20. Juli einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.
Weiterlesen-Link    

PMR Infos

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

PMR, Betriebsfunk, nömL, ömL ...

Mann_Mikro_gelbes_Auto... sind Begriffe, die verwirren können. Geprägt wurden diese Bezeichnungen in der nun fast 50jährigen Geschichte des Betriebsfunks, der zur Unterscheidung von anderen Funkdiensten wie z. B. Seefunk und Flugfunk "nichtöffentlicher mobiler Landfunk (nömL) genannt wurde. Hierzu gehören alle Funkdienste, die von einzelnen Institutionen, Industrieunternehmen, dem Transportgewerbe und dem Handwerk, aber auch Rettungsdiensten und Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben genutzt werden. Allen gemeinsam ist die nichtöffentliche, also quasi private Nutzung des Funkdienstes für eine definierte Benutzergruppe wie z. B. Taxi- oder Fuhrunternehmen, Flughäfen oder Industriebetriebe, unabhängig von der verwendeten Funktechnik. Diese "private" Nutzung prägte auch den englischen Begriff "Private Mobile Radio, PMR", der inzwischen überwiegend als "Professional Mobile Radio", den professionellen Charakter der Nutzung beschreibt. Im Gegensatz hierzu werden die öffentlich für jedermann zugänglichen Funknetze wie GSM und UMTS als ömL, öffentlicher Landfunk, bezeichnet.

Die Anforderungen im Betriebsfunk sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von einfachen Sprechfunkverbindungen zwischen zwei Teilnehmern mit Handfunkgeräten bis hin zu großen Betriebsfunknetzen von Flughäfen, Nahverkehrsunternehmen und - als Spezialfall mit besonderen Anforderungen - den Funknetzen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen.

Starre Frequenz-/Kanalzuordnung, d.h. unökonomische Nutzung des Frequenzspektrums, unbefugte Mithörmöglichkeit und für die betrieblichen Prozesse notwendige aber fehlende Zusatzdienste bilden die Hauptnachteile des herkömmlichen Betriebsfunks.

Eine verbesserte technische Realisierung des „Betriebsfunks“ ist der so genannte „Bündelfunk“, bei dem mehrere Nutzergruppen über dasselbe Funknetz kommunizieren. Er erlaubt die Übertragung von Sprache und Daten. Ausgehend von der durchweg kürzeren Gesprächsdauer im Betriebsfunkbereich baut der Bündelfunk auf einer dynamischen Zuweisung von Kommunikationskanälen und einer flexibleren Bildung von Nutzergruppen auf. Die dadurch erzielte bessere Ausnutzung des genutzten Frequenzbereiches wird Bündelgewinn genannt.

Jedem Gerät ist eine Kennung/Rufnummer zugeordnet. Bei einem Gesprächswunsch erhalten die beteiligten Teilnehmer für die Dauer des Gespräches einen Nutzkanal aus dem verfügbaren Kanalbündel exklusiv zugeordnet. Kennungsaustausch, Kanalzuweisung und andere Signalisierungsinformationen werden über den Organisationskanal übertragen. Die starre Kopplung zwischen Funkkanälen und Nutzergruppen existiert nicht mehr. Freie Kanäle werden den nächsten Gesprächswünschen zugeordnet. Übersteigt deren Anzahl die der Kanäle, dann werden die Gesprächswünsche in eine Warteschlange aufgenommen und bei gleicher Priorität nach der zeitlichen Reihenfolge des Auftretens bedient.

Es gibt seit vielen Jahren analoge Bündelfunksysteme und seit Mitte der 1990er Jahre auch digitale Bündelfunknetze.

Der analoge Bündelfunk bietet durch das rechnergestützte Netz- und Vermittlungsmanagement entscheidende Vorteile gegenüber dem einfachen Betriebsfunk:

  • bessere Frequenzökonomie
  • Direktruf ohne Wahl (voreingestellte Rufnummer, PTT = Push-to-Talk)
  • offener Gruppenkanal wie im herkömmlichen Betriebsfunk
  • Gruppenruf
  • Kurzrufnummer
  • geschlossene Benutzergruppen
  • Statusmeldungen
  • mobile Datenübertragung in Nutz- u. Organisationskanälen
  • vermittelte Verbindung zu anderen Bündelfunkteilnehmern
  • Wählverbindungen ins Telefonnetz

Der digitale Bündelfunk vereint zusätzlich die Vorteile des Bündelfunkprinzips mit denen des digitalen Mobilfunks:

  • hohe Frequenzökonomie
  • bessere Übertragungsqualität bei Sprache und Daten
  • sehr flexibles Netz- und Verbindungsmanagement
  • höhere Abhörsicherheit durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf den Nutzkanälen
  • Internet-Protokoll-basierte, paketorientierte Datenübertragung
  • dynamische Untergruppenbildung
  • Handover und Roaming (Wechsel und Anmeldung in Nachbarzellen)
  • AVL-Funktionen (Automatic Vehicle Location), die mit GPS-Unterstützung (GPS = Global Positioning System) und in Verbindung mit einer entsprechenden Leitstellentechnik ein besseres Flottenmanagement erlauben
  • Gateways zu anderen Kommunikationsdiensten

Die bedeutenste digitale Bündelfunktechnik in Europa und vielen anderen Teilen der Welt ist TETRA (Terrestrial Trunked Radio). TETRA ist ein digitales, zellulares Bündelfunksystem für Betriebsfunk-Anwendungen (siehe "TETRA, Digitaler Bündelfunk").

Mit der Entwicklung von DMR, Digital Mobile Radio, können jetzt auch kleinere Funkflotten mit einfacheren Ansprüchen von den Vorteilen der Digitaltechnik profitieren (siehe "DMR, Digital Mobile Radio").

TETRA und DMR zeigen, dass der Betriebsfunk gerade eine Erneuerung erlebt. Keine andere Funktechnik kann den Anforderungen an sichere Kommunikation für kritische Infrastrukturen besser lösen.